Rom

Kolosseum

Außenfassade des Kolosseums in Rom
Außenfassade des Kolosseums in Rom

Das Kolosseum ist das größte Amphitheater der römischen Antike und eines der bekanntesten Bauwerke Roms. Es gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Roms. Es entstand zwischen etwa 72 und 80 n. Chr. unter den Kaisern der flavischen Dynastie. Je nach Ticket können Besucher die beiden unteren Ränge, das Museum, die Arena, das unterirdische Hypogäum oder die oberen Ebenen besichtigen. Die meisten Eintrittskarten schließen auch das Forum Romanum und den Palatin ein. Für den Zugang zum Kolosseum ist ein reserviertes Zeitfenster erforderlich. Da beliebte Zeitfenster ausgebucht sein können, empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung über den offiziellen Ticketshop.

Das Kolosseum gehört nicht als eigenständiger Eintrag, sondern als Teil des historischen Zentrums von Rom zum UNESCO-Welterbe. Die Welterbestätte umfasst das historische Stadtgebiet sowie mehrere extraterritoriale Besitzungen des Heiligen Stuhls.

Kolosseum auf einen Blick

Ort

Rom, Italien

Art

Antikes Amphitheater

Entstehungszeit

etwa 72 bis 80 n. Chr.

Adresse

Piazza del Colosseo, Rom

Besuchsdauer

etwa 60 bis 90 Minuten

Eintritt

kostenpflichtig

Reservierung

Zeitfenster erforderlich

Barrierefreiheit

untere Ebenen zugänglich

Was macht das Kolosseum besonders?

Das Kolosseum zeigt, wie Architektur, Besucherführung und Bühnentechnik in einem römischen Großbau zusammenwirkten. Das ellipsenförmige Amphitheater bot nach heutigen Schätzungen ungefähr 50.000 Menschen Platz. Rund um das Gebäude verteilten sich 80 Eingänge. Die meisten Zuschauer gelangten über nummerierte Bögen, Korridore und Treppen zu den für ihren gesellschaftlichen Rang vorgesehenen Sitzplätzen. Senatoren und kaiserliche Gäste saßen nahe an der Arena, während ärmere Bevölkerungsschichten die oberen Ränge nutzten.

Die Anlage war damit nicht nur Veranstaltungsort, sondern auch ein Abbild der römischen Gesellschaft. Herkunft und Rang bestimmten, welchen Eingang jemand benutzen durfte und wie gut der Blick auf die Arena war. Der offizielle Betreiber weist darauf hin, dass 76 nummerierte Zugänge für die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen vorgesehen waren. Reste der roten Nummerierungen sind noch heute an mehreren Bögen erkennbar.

Seinen heutigen Namen erhielt das Amphitheater wahrscheinlich durch eine kolossale Statue, die in der Nähe stand. In der Antike hieß das Gebäude zunächst Amphitheatrum Flavium, benannt nach der Dynastie der Kaiser Vespasian, Titus und Domitian.

Was gibt es im Kolosseum zu sehen?

Der genaue Rundgang hängt vom gebuchten Ticket ab. Das reguläre Ticket umfasst die erste und zweite Ebene, das Kolosseum-Museum und die Aussichtsterrassen. Von den oberen Umgängen öffnen sich Blicke auf die Arena, das Hypogäum und die angrenzenden Ausgrabungsflächen.

Die Zuschauerränge

Die erhaltenen Ränge lassen die ursprüngliche Gliederung des Amphitheaters erkennen. Der unterste Bereich war dem Kaiser, Senatoren, Priestern und weiteren Mitgliedern der gesellschaftlichen Führungsschicht vorbehalten. Darüber folgten die Plätze der Ritter und der übrigen Bürger. Die obersten Bereiche boten die schlechteste Sicht und waren den unteren Bevölkerungsschichten zugeordnet.

Nur ein Teil der ursprünglichen Sitzstufen ist erhalten. Die ringförmigen Korridore, Treppenanlagen und Zugänge vermitteln dennoch, wie mehrere Zehntausend Menschen innerhalb kurzer Zeit ihre Plätze erreichen konnten.

Blick von den Zuschauerrängen auf Arena und Hypogäum des Kolosseums
Blick von den Zuschauerrängen auf Arena und Hypogäum des Kolosseums

Der Arenaboden

Der heutige teilweise rekonstruierte Arenaboden liegt über dem Hypogäum. In der Antike bestand die Fläche weitgehend aus Holz und war mit Sand bedeckt. Über Falltüren konnten Menschen, Tiere und Kulissen aus dem Untergeschoss in die Arena gebracht werden.

Der Zugang zur Arena ist nicht im regulären Standardticket enthalten. Er muss über ein entsprechendes Arena- oder Full-Experience-Ticket gebucht werden.

Das Hypogäum

Unterhalb der Arena liegt ein System aus Gängen, Kammern und Versorgungsschächten. Dort wurden Tiere, Bühnenbilder und technische Ausrüstung für die Veranstaltungen vorbereitet. Aufzüge, Winden und Rampen verbanden die unterirdischen Bereiche mit der Arena.

Die ersten unterirdischen Konstruktionen bestanden vermutlich teilweise aus Holz. Unter Kaiser Domitian wurden sie in Mauerwerk ausgebaut. Danach waren großflächige Wasserspiele in der Arena nicht mehr möglich. Der offizielle Betreiber beschreibt heute 14 sichtbare Korridore, die sich beiderseits eines zentralen Ganges verteilen.

Das Hypogäum ist nur mit dafür vorgesehenen Full-Experience-Angeboten zugänglich. Die Zahl der verfügbaren Eintrittszeiten ist begrenzt.

Die Attika und die oberen Ebenen

Ein eigenes Ticket ermöglicht den Zugang zur Zwischengalerie, zur dritten Ebene und zur Attika. Diese Route bietet einen weiten Blick über den Innenraum und das Zentrum Roms. Der Weg ist bis zur Zwischengalerie barrierefrei; die letzte Strecke zur Attika führt jedoch über steile Treppen. Pro Besuchsgruppe sind auf dieser Route höchstens acht Personen zugelassen.

Das Kolosseum-Museum

Das Museum auf der zweiten Ebene behandelt die Baugeschichte, die Nutzung des Amphitheaters und seine Veränderungen nach dem Ende der antiken Veranstaltungen. Der Zugang ist im regulären Eintritt enthalten. Zeitweise werden dort auch Sonderausstellungen gezeigt.

Geschichte des Kolosseums

Die Geschichte des Kolosseums reicht von seiner Errichtung unter den flavischen Kaisern bis zu seiner späteren Nutzung als Festung, Wohnraum und Steinbruch. Über Jahrhunderte wurde das Bauwerk durch Brände, Erdbeben und den Abbau von Baumaterial beschädigt. Dennoch blieb ein großer Teil der Anlage erhalten und wurde seit der Neuzeit archäologisch untersucht, gesichert und restauriert.

Bau unter den flavischen Kaisern

Kaiser Vespasian begann um 72 n. Chr. mit dem Bau des Amphitheaters. Als Standort wählte er ein Gelände, das zuvor zur Domus Aurea, der Palastanlage Kaiser Neros, gehört hatte. Dort hatte sich ein künstlicher See befunden. Mit dem neuen öffentlichen Bau wurde ein Teil des zuvor kaiserlich genutzten Areals wieder für die Bevölkerung zugänglich gemacht.

Beim Tod Vespasians im Jahr 79 war das Amphitheater weitgehend fertiggestellt. Sein Sohn Titus ließ es im Jahr 80 eröffnen. Unter Domitian, dem jüngeren Bruder des Titus, wurden die oberen Bereiche und das unterirdische System weiter ausgebaut.

Antike Autoren berichten von umfangreichen Eröffnungsspielen mit Gladiatorenkämpfen, Tierhetzen und Wasserspektakeln. Die überlieferten Angaben über Dauer, Zahl der getöteten Tiere und einzelne Veranstaltungen stammen aus antiken Texten und lassen sich nicht in jedem Detail überprüfen.

Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen

Im Kolosseum fanden Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und weitere öffentliche Darbietungen statt. Die Veranstaltungen wurden von Kaisern oder wohlhabenden Amtsträgern finanziert. Für die Zuschauer war der Eintritt in der Regel kostenlos.

Gladiatorenkämpfe endeten nicht automatisch mit dem Tod eines Beteiligten. Ausbildung und Unterhalt professioneller Kämpfer waren teuer. Dennoch gehörten schwere Verletzungen und Todesfälle zu diesen Veranstaltungen. Bei Tierhetzen wurden Tiere aus verschiedenen Teilen des Römischen Reiches eingesetzt.

Die häufig wiederholte Behauptung, im Kolosseum seien während der Christenverfolgungen große Zahlen christlicher Märtyrer getötet worden, ist durch antike Quellen nicht eindeutig belegt.

Wasserspiele im Kolosseum

Antike Überlieferungen erwähnen Wasserspektakel während der frühen Nutzungsphase. Wie die Arena dafür technisch vorbereitet wurde und welchen Umfang diese Darbietungen hatten, ist nicht vollständig geklärt.

Nach dem Ausbau des gemauerten Hypogäums unter Domitian konnten in der Arena keine großflächigen Wasserspiele mehr stattfinden. Die unterirdischen Räume, Aufzüge und Versorgungsgänge nahmen nun den Bereich unter dem Arenaboden ein.

Vom Veranstaltungsort zur Ruine

Die Nutzung des Kolosseums ging während der Spätantike zurück. Gladiatorenkämpfe endeten im 5. Jahrhundert; Tierhetzen sind noch bis in das frühe 6. Jahrhundert belegt. Erdbeben, Brände und fehlende Instandhaltung beschädigten das Gebäude.

Im Mittelalter wurden Teile des Kolosseums als Wohnraum, Werkstätten und befestigte Anlage genutzt. Über viele Jahrhunderte diente das Bauwerk auch als Steinbruch. Travertinblöcke und andere Bauteile wurden entfernt und an anderen Stellen Roms wiederverwendet. Erst in der Neuzeit begannen systematische Sicherungs-, Ausgrabungs- und Restaurierungsarbeiten.

Architektur und Bühnentechnik

Das Kolosseum ist etwa 188 Meter lang, 156 Meter breit und ungefähr 48 Meter hoch. Die Arena selbst maß rund 86 mal 54 Meter. Das äußere Erscheinungsbild wurde durch drei übereinanderliegende Arkadengeschosse und ein geschlossenes Obergeschoss bestimmt.

An der Fassade folgten die Halbsäulen einer gestaffelten Ordnung: unten einer toskanisch-dorischen Form, darüber der ionischen und schließlich der korinthischen Ordnung. Die Außenfassade bestand überwiegend aus Travertin. Im Inneren kamen unter anderem Tuffstein, Ziegel und römischer Beton zum Einsatz.

Über der Arena konnte ein großes Sonnensegel, das sogenannte Velarium, aufgespannt werden. Es schützte Teile der Zuschauerränge vor direkter Sonne. Die Bedienung erforderte ein System aus Masten, Seilen und Befestigungen.

Unter der Arena arbeiteten zahlreiche Menschen an der Vorbereitung der Darbietungen. Tiere und Kulissen wurden mit Winden und Aufzügen nach oben transportiert. Durch Falltüren konnten sie an unterschiedlichen Stellen der Arena erscheinen. Das sichtbare Hypogäum vermittelt heute einen direkteren Eindruck dieser technischen Abläufe als der teilweise rekonstruierte Arenaboden.

Tickets für das Kolosseum

Für den Besuch des Kolosseums wird ein Ticket mit reserviertem Einlasszeitpunkt benötigt. Die meisten Eintrittskarten umfassen auch das Forum Romanum und den Palatin.

Je nach Ticket können folgende Bereiche enthalten sein:

  • die regulären Besuchsebenen und das Museum
  • der rekonstruierte Arenaboden
  • das unterirdische Hypogäum
  • die oberen Ebenen und Aussichtspunkte

Für einen ersten Besuch reicht in der Regel das Standardticket. Das Hypogäum eignet sich besonders für Besucher, die sich für die Bühnentechnik und den Ablauf der antiken Veranstaltungen interessieren. Die Arena bietet eine andere Perspektive auf den Innenraum, während die oberen Ebenen vor allem wegen der Aussicht gewählt werden.

Preise, enthaltene Bereiche und Verkaufsbedingungen können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben des offiziellen Betreibers.

Ticketinformationen auf einen Blick

Reservierung

Für den Besuch des Kolosseums ist ein festes Einlasszeitfenster erforderlich.

Standardticket

Das Standardticket umfasst meist Kolosseum, Forum Romanum und Palatin.

Sonderbereiche

Für Arena, Hypogäum und obere Ebenen ist ein Zusatzticket erforderlich.

Personalisierung

Personengebundene Tickets erfordern beim Einlass ein Ausweisdokument.

Öffnungszeiten

Das Kolosseum öffnet grundsätzlich täglich, die Schließzeiten ändern sich jedoch im Jahresverlauf. Der letzte Einlass erfolgt vor der jeweiligen Schließzeit.

Da sich Öffnungszeiten durch Saisonwechsel, Veranstaltungen oder organisatorische Änderungen verschieben können, sollten Besucher die aktuellen Angaben vor dem Besuch auf der offiziellen Website prüfen.

Beste Besuchszeit

Am Morgen sind die Temperaturen meist niedriger und es bleibt ausreichend Zeit, anschließend das Forum Romanum und den Palatin zu besuchen. Dies ist besonders im Sommer sinnvoll, da viele Wege in den Ausgrabungsbereichen kaum Schatten bieten.

Wer nur das Kolosseum besichtigen möchte, kann auch einen späteren Termin wählen. Für die Kombination mit Forum Romanum und Palatin sollte genügend Zeit vor deren Schließung eingeplant werden.

Besuchsdauer

Für das Kolosseum selbst sind etwa 60 bis 90 Minuten realistisch. Für die Kombination mit Forum Romanum und Palatin sollten insgesamt ungefähr drei bis vier Stunden eingeplant werden.

Die tatsächliche Dauer hängt vom gewählten Ticket, den zugänglichen Bereichen und der individuellen Gehgeschwindigkeit ab.

Praktische Hinweise

Der reservierte Einlasszeitpunkt sollte eingehalten werden. Ein Ausweisdokument ist sinnvoll, da Eintrittskarten personengebunden sein können. Sicherheitskontrollen können zu kurzen Wartezeiten führen.

Für Forum Romanum und Palatin sind feste Schuhe empfehlenswert. In den Sommermonaten sollten Besucher Wasser und Sonnenschutz mitnehmen. Aktuelle Vorschriften zu Gepäck, Einlass und zugänglichen Bereichen sind vor dem Besuch beim offiziellen Betreiber zu prüfen.

Häufige Fragen zum Kolosseum

Muss man Tickets für das Kolosseum im Voraus buchen?

Für den Eintritt in das Kolosseum ist ein festes Zeitfenster erforderlich. Da beliebte Termine schnell ausgebucht sein können, empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung über den offiziellen Ticketshop. Restkarten können teilweise auch vor Ort erhältlich sein, ihre Verfügbarkeit ist jedoch nicht garantiert.

Das reguläre Ticket sowie die Full-Experience-Tickets schließen Forum Romanum und Palatin ein. Das Standardticket erlaubt dort einen einmaligen Eintritt innerhalb von 24 Stunden vor oder nach dem reservierten Kolosseum-Termin.

Für einen ersten Besuch genügt meist das reguläre Ticket mit den beiden unteren Ebenen, dem Museum, Forum Romanum und Palatin. Das Arena-Ticket bietet eine zusätzliche Perspektive vom rekonstruierten Arenaboden. Das Untergeschoss ist vor allem für Besucher interessant, die sich für Bühnentechnik und die Organisation der Spiele interessieren.

Für das Kolosseum selbst sind etwa 60 bis 90 Minuten sinnvoll. Für Kolosseum, Forum Romanum und Palatin sollten insgesamt ungefähr drei bis vier Stunden eingeplant werden.

Das reguläre Kolosseum kann selbstständig besichtigt werden. Eine Führung ist nicht vorgeschrieben. Für einzelne Sonderbereiche oder bestimmte Ticketangebote gelten gesonderte Bedingungen.

Der gebuchte Einlasszeitpunkt sollte eingehalten werden. Besucher sollten zusätzliche Zeit für die Sicherheitskontrolle einplanen.

Große Teile der ersten und zweiten Ebene sind über gekennzeichnete Wege und Aufzüge zugänglich. Auch das Untergeschoss kann mit einem Hebeaufzug erreicht werden. Die Attika ist wegen steiler Treppen nicht vollständig barrierefrei.

Nein. Das Kolosseum ist Bestandteil der UNESCO-Welterbestätte „Historisches Zentrum von Rom, die extraterritorialen Stätten des Heiligen Stuhls und Sankt Paul vor den Mauern“.

Redaktionelle Quellen

  • Parco archeologico del Colosseo – offizielle Website
  • Offizielle Öffnungszeiten und Ticketinformationen
  • UNESCO – Historisches Zentrum von Rom
  • Turismo Roma – offizielle Tourismusseite der Stadt

Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Zugangsregeln können sich ändern. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben des offiziellen Betreibers.

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